Brückenverschub in Seehausen

ProjektnameBrückenverschub Seehausen
AdresseBahnübergang Rieden
82418 Seehausen am Staffelsee
AuftragsartBetonarbeiten und Verschub
AuftraggeberDeutsche Bahn Netz AG
PlanungDeutsche Bahn Projektbau GmbH
AusführungAssner
Brückeneinschub-Verfahren
Jeder Handgriff muss sitzen
Seehausens Bürgermeister erkundigt sich vor Ort
Weiterführende Links und Dokumente

Auf der Bahnstrecke München-Garmisch wurden insgesamt zwei neue Bahnunterführungen erstellt: am Bahnübergang Bad Kohlgrub sowie in Rieden Seehausen. Trotz unerwartet schlechter Wetterbedingungen konnte das Bauunternehmen Assner samt beauftragter Spezial-Firmen das enge Zeitfenster der Deutschen Bahn einhalten.

Das Brückeneinschub-Verfahren

Der für eine Unterbrechung notwendige Schienenersatzverkehr stark befahrener Strecken wie München-Garmisch-Partenkirchen oder Murnau-Oberammergau bedeutet enorme Kosten, Zeitverlust und Stress für die Bahnkunden. Deshalb werden sogenannte "Brückeneinschübe" vorgenommen, um den Bahnverkehr nur kurz zu unterbrechen: Die Bahnlinie wird schließlich gesperrt und abgebrochen. Der Schienenersatzverkehr setzt ein. Der Kies-Unterbau wird eingebracht, vermessen, hochverdichtet, die Verschubbahnen aus tonnenschweren Betonplatten und Stahlschienen millimetergenau eingemessen. Die neue Brücke wird dann mittels hydraulischer Pressen auf einer Verschubbahn an die zukünftige Stelle geschoben. In Murnau waren es 444t, circa 180 Kubikmeter Stahlbeton und 30 Meter Verschubstrecke, in Seehausen sogar 1.083t, circa 440 Kubikmeter Stahlbeton und 40 Meter Verschubstrecke. Die Brückenzwischenräume werden nach erfolgreichem Verschub sofort verfüllt und optimal verdichtet, Gleise neu verlegt, so dass der Bahnverkehr umgehend wiederhergestellt und in Betrieb genommen werden kann.

Jeder Handgriff muss sitzen

Das alles musste also in drei Tagen für beide Brücken ablaufen. Oberbauleiter Herr Peter Imhof und Bauleiter John Lambrich, für die Koordination beider Brückenverschübe zuständig, konnten dank Ihrer langjährigen Erfahrung das Einhalten des Zeitplans trotz widriger Wetterumstände sicherstellen. In Tag- und Nachtschichten wird gearbeitet, das Gelände ist mittels Halogenstrahlern und Ballonlampen hell ausgeleuchtet. Die akribische Vorplanung und Koordination, die durch die Bauleitung vor Ort und natürlich bereits vorab im Unternehmen geleistet wurde, müssen sich jetzt beweisen. Jeder Fehler, jede Unachtsamkeit kann eine Verzögerung im Zeitplan oder noch schlimmer - langfristige Bauschäden oder gar ein Scheitern bedeuten. Unerwartete Komplikationen wie das extrem schlechte Wetter mit Schneeregen und Kälte müssen gemeistert werden. Jeder Handgriff und Vorgang muss sitzen, das kann nur eingespielten und professionellen Teams gelingen.

Seehausens Bürgermeister erkundigt sich vor Ort.

Der Bürgermeister der Gemeinde Seehausen, Herr Markus Hörmann, hat sich in Rieden vor Ort auf der Baustelle ein Bild gemacht und sich durch Oberbauleiter Herrn Peter Imhof des Bauunternehmens Assner kurz die Lage erläutern lassen: Beiden ist klar, dass das kalte regnerische Wetter alles andere als optimal ist. Entscheidend für den Lastenabtrag des Verschubs ist ein gut verdichteter und genauer Unterbau der Verschubbahnen. Ein starkes Nachgeben oder Messfehler wären fatal, so Peter Imhof. Seehausens Bürgermeister Markus Hörmann sowie Peter Imhof werden nun bald erleichtert sein, wenn die Brücke an Ihren neuen Ort verschoben ist. Dann ist endlich der gefährliche Bahnübergang entschärft und für die Verkehrsteilnehmer aus Rieden und Seehausen entstehen keine Wartezeiten mehr.


Weiterführende Links und Dokumente

www.merkur-online.de/1000-tonnenstahlbeton-bewegung
www.merkur-online.de/tonnen-beton-verschoben